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Köstlbach - eine vorbildliche Bürgerschaft

 
 

Köstlbach - ein Ort innerhalb der Gemeinde Postbauer-Heng, der von einer vorbildlichen Bürgerschaft aufgebaut und weiterhin gestaltet wird.

Vorgeschichtliche Aufzeichnungen über den Ort Köstlbach

Der Ortsname
Zum Ort und seiner Namensgebung gibt es aus alten Zeiten viele Hinweise. Die ersten Nennungen des Ortes lagen bei dem Namen Kesselbach auch Keselbach, und der weiteren Schreibweise "Chezzelbach". "Chezzel" bedeutete im Mittelalter Kessel. Davon ist abzuleiten, daß der Wortstamm "Kessel" den Begriff "Talkessel" festlegt. Dies beweist ebenfalls, daß Köstlbach in einem Talkessel liegt.
Zu den Besitzverhältnissen
Man darf annehmen, daß eine Familie Köstel (Kösel) begann, den Ort aufzubauen. Es wird ferner in Urkunden genannt, daß die Herren Trost von Kösel als nahe Verwandte des Craft von Kösel die Besitzer des Ortes und aufbauende Gestalter von Köstlbach waren. Die Kössels (Köstel) sind allerdings nach Nürnberg verzogen. Einer der Familie wurde Ratsherr der freien Reichsstadt Nürnberg. 1355 verstarb der Ratsherr und wurde im Nürnberger Predigerkloster bestattet. Die Folge war, daß alle Besitzungen der Köstels an den Deutschordens-Bürger Kunz Amman von Postbauer und den Nürnberger Patrizier Holzschuher gingen. Der Deutschherren-Orden von Postbauer hat ebenfalls Güter aus Köstlbach erwerben können; auch die Herren von Wolfstein konnten im Jahre 1416 Gehöfte erhalten. Nach dem Tode von Kunz Amman von Postbauer kauften die Ordensleute 1451 alle noch bereitstehenden Besitzungen für den Orden auf. Es ist erkennbar, daß damit Köstlbach in die Besitzverhältnisse der Deutscherren kam.
"Chezzelbach" wird vor 700 Jahren erstmals genannt
Eine urkundliche erste Nennung bestätigt, daß es bereits im 13. Jahrhundert die Nürnberger Patrizierfamilie Muffel, welche Güter in Köstlbach hatte, diese durch Otto Muffel am 11. Januar 1298 an das Kloster Seligenporten - also vor genau 700 Jahren - verkaufte.
Die kirchlichen Zusammenhänge aus dem Ort Köstlbach
Im Mittelalter gehörte Köstlbach bereits zur Pfarrei Berngau, dann zu Beginn des 16. Jahrhunderts - noch vor der Reformation - zur Pfarrei Heng. Mit Beginn der Gegenreformation ist Köstlbach mit der Pfarrei Heng nach Seligenporten eingepfarrt worden. Es folgt dann die Betreuung durch die Pfarrei Möning, bis die erneute Umstellung erfolgte und Köstlbach mit Heng im Jahre 1691 der Pfarrei Pölling zugeordnet wurde. 1863 erhob man die Orte Heng/Köstlbach zu einer Expositur und 1975 zur Pfarrei.
Eine Feldkappelle wird erstmals im Jahre 1792 erbaut
Der bekannte Heimatforschrer und Pfarrer aus Möning, Franz Xaver Buchner (später Domkapitular in Eichstätt), erforschte das Baujahr von 1792. Heute kann zusätzlich aus dem Katastereintrag nachstehend ermittelt werden: "Im Jahre 1792 teils aus Mitteln der Ortsgemeinschaft Köstlbach, teils von Wohltätern, wurde eine Ortskapelle ′Maria Empfängnis ′ erbaut." Die Kapelle konnte als Schmuckstück und zur Freude der damaligen Einwohner bezeichnet werden. Erbaut wurde sie auf Gemeindegrund und teils auf angrenzenden Grundstücken und Gärten von Bürgern. Zur Ausstattung der Kapelle kaufte die Bürgschaft eine Glocke zum Teil mit Naturalien und 1794 einen Kreuzweg, der ebenfalls von der Kirchengemeinde gestiftet wurde. 1911 bedurfte die Kapelle einer durchgreifenden Restaurierung. In der Kapelle wurde an den Sonn- und Feiertagen der Rosenkranz gebetet, Bittgänge fanden statt und das Fest "Christi Himmelfahrt" wurde feierlich begangen.
Die Kapelle fiel 1971 der Spitzhacke zum Opfer
Mit der baulichen Erhaltung der Kapelle mußte schon 1935 begonnen werden; laufende Ausbesserungen waren bis 1960 notwendig. Der nasse Standort und der ständig wachsende Straßenverkehr ließen es nicht mehr zu, die Köstlbacher Kapelle zu erhalten. Sie wurde am 5. Mai 1971 als Gefahrenquelle abgebrochen. Die Glocke der Kapelle wurde abgenommen und kam in das Leichenhaus Heng. Der Kreuzweg ist längere zeit aufbewahrt worden, bis man ihn nach Heng in die neu errichtete Elisabethen-Kirche schaffte und dort zum Aushang brachte.
Ein iro-schottisches Osterkreuz in Köstlbach
Anstelle der abgebrochenen Kapelle wurde ein sog. irisches Steinkreuz aus Jura-Dolomit aufgestellt. Es ist ein Hochkreuz und wird als Osterkreuz bezeichnet mit der Textnennung "Christus, der Auferstandene, schenkt dem Weltall das Leben und den Frieden". Die Köstlbacher Kirchengemeinde wünscht sich die Entstehung einer neuen Kapelle nahe dem Hochkreuz. Sie hat große Unterstützung und Hilfe zugesagt, das Vorhaben zu fördern.
"St. Jakobi Kirchweih" in Köstlbach
1998 wird diese Kirchweih in Köstlbach zum 20. mal gefeiert. Sicher werden die Kirchweihburschen das Fest mit einigen Aufwartungen beleben. In deutschen Landen genießt St. Jakob nicht einen kriegerischen Ruf; er erweist sich da vielmehr als ein rechter Friedensstifter. Unter seinem Zuspruch ist Gelegenheit gegeben, daß alle Streitigkeiten, Rufhändel und dergleichen geschlichtet werden. St. Jakobi war ein bedeutungsvoller Tag am Lande und damit ein großer Festtag für Knechte und Mägde.

Heimatpfleger Postbauer-Heng Ferdinand List

 
     



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