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Dorfmuseum II |
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Markt Postbauer-Heng
Heimatpflege
Dorfmuseum und Dorfplatz mitten im Ort
Ein Bericht von Hans BradlDas neusanierte Fleischmichlhaus in Pavelsbach befindet sich in der Ludwigstraße 23 gegenüber der Sparkasse. Das Grundstück mit den Gebäuden konnte die Gemeinde nicht kaufen aber auf 25 Jahre mieten. Die Grundstücksfläche hat ein Ausmaß von 7.283 qm. Rund 2/3 der Fläche werden für den öffentlichen Bolzplatz sowie den neu angelegten Beachvolleyball-Platz genutzt. Die Jugend von Pavelsbach hat dort auf Privatinitiative einen Container als Jugendtreff errichtet und pflegt ihn verantwortlich selbst. Die Scheune und das Wohnhaus dienen nach der Sanierung einem Dorfmuseum, das am 29.09.2002 eingeweiht wird.
Was soll mit dem Museum bezweckt werden?Es geht darum, das Leben der Dorfbewohner in unserer Gegend vor 100 Jahren widerzuspiegeln. Sei es Wohnen, Essen, Kleidung, Arbeit, Brauchtum, Gesundheit und Einkommen. 1900 zählte Pavelsbach 460 Einwohner, heute 877. Das durchschnittliche Lebensalter betrug vor 100 Jahren bei Männern 36 Jahre (heute 74 Jahre) und bei Frauen 38 Jahre (heute 78 Jahre). Damals starben noch viele Kinder im Säuglingsalter und Frauen bei der Geburt ihrer Kinder. Hauptkrankheit war u.a. die Tuberkulose. Ein Arztbesuch war Luxus, den sich fast niemand leisten konnte. Im Jahr 1900 war Bayern noch ein Königreich. Es regierte Prinzregent Luitpold (1886 – 1912). Bürgermeister in Pavelsbach war Willibald Hirschberger. Dem Gemeinderat gehörten an: Xaver Fries, Johann Haubner, Xaver Haubner, Ludwig Kneißl, Adam Pröll, Xaver Schmidt und Johann Walk. Der Gemeinderat hatte damals u.a. auch noch über das Bürgerrecht zu entscheiden, das nur zuerkannt wurde, wenn Einkommen und Besitz vorhanden waren. Das Bürgerrecht wurde nicht zugesprochen an Personen, die
- nicht aus Bayern kamen
- das Steuerrecht nicht beachteten
- dem Armenrecht unterlagen
- Vergehen nach dem Strafgesetzbuch vorgenommen hatten
- sonstige ehrenrührige Handlungen vorgenommen hatten.
Die Schule in Pavelsbach war auf dem früheren Rinn-Anwesen, heute Familie Liebergesell in der Leonhardstraße 2. Lehrer in Pavelsbach war von 1898 - 1905 Herr Josef Michl. Die Schulpflicht besteht in Bayern seit 1802. Es gab keine öffentliche Verkehrsanbindung mit Ausnahme des Bahnhofs in Postbauer. Auch die Stromversorgung war bei uns um 1900 noch nicht vorhanden, weshalb es keine Radios geben konnte. Die Berufe im Ort waren im wesentlichen: Bauer, Kleinzeugler, Bäcker, Schuster, Zimmermann, Schneider, Weber, Biener, Fassmacher, Wirt, Meier (Käsemacher), Wagner, Schmid, Sattler, Maurer, Metzger und Brandmetzger (Hausmetzger) sowie Hüter (Hirte). Dazu hatten alle Anwesen eine Landwirtschaft. Wer damals im Dorf keine beruflichen Möglichkeiten fand, hat sich im wesentlichen für eine der drei nachstehenden Möglichkeiten entschieden:
- entweder nach Nürnberg zu ziehen
- oder nach Amerika auszuwandern, um dort eine berufliche Chance zu finden
- oder ins Kloster zu gehen.
Der wöchentliche Speiseplan war meist sehr einseitig. Fleisch gab es nur an Sonntagen, bei größeren Landwirten auch am Donnerstag. Hauptnahrungsmittel waren Kartoffeln, Brot und Mehlspeisen. Rindfleisch wurde fast nur bei Hochzeiten gegessen.
Die Kleidung war mehr als bescheiden. Das Hochzeitsgewand wurde an allen großen Festtagen getragen bis zum Tod.
Tief verwurzelt waren die Bürger im christlichen Glauben und im Besuch der Gottesdienste. Besondere Festtage waren Lichtmess (2. Febr.), an dem die Dienstboten gewechselt haben, ferner der Josefstag und die Allerweltskirchweih.
Die Bezeichnung der landwirtschaftlichen Anwesen wurde früher nach der Tagwerk-Zahl vorgenommen (3 Tagwerk = 1 ha). Mehr als 50 Tagwerk war ein Bauer, zwischen 25 und 50 Tagwerk war ein Halbbauer, unter 25 Tagwerk war ein Gütler.
Im Fleischmichlhaus wollen wir mit den Einrichtungen das Leben der Bürger von vor 100 Jahren bis in die Zeit um 1960 zeigen. Es sollen dort künftig auch Vorführungen alter Handwerks- und Kochkunst sowie Ausstellungen von alten Fotos im Wechsel erfolgen. Ziel ist es auch, die Schulen im Rahmen des Heimat- und Sachkundeunterrichts auf das Leben der früheren Generationen hinzuweisen.
Herzlich bitten wir alle Besucher dieses wertvollen Dorfmuseums, die Einrichtungsgegenstände zu betrachten und nicht zu berühren.
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| Veranstaltungen | | Februar 2012 |
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| Mitteilungsblatt Januar |

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