Markt Postbauer-Heng
Heimatpflege
Kurzdarstellung der Großgemeinde Postbauer-Heng mit geschichtlicher Beschreibung über den Deutschorden, Eppelein von Gaillingen und dem Goldkegel
Postbauer-HengVon 1271-1805 war Postbauer Aussenstelle der Nürnberger Kommende des Deutschen Ordens. Jutta von Lauf, Priorin des Augustinerinnenklosters in Frauenaurach, Heinrich von Thann (Burgthann) und Ulrich I. von Sulzbürg-Wolfstein legten den Grundstock für das Pflegamt des Deutschen Ordens in Postbauer durch Verkauf und durch Schenkungen von Gütern an das Deutschordenshaus in Nürnberg. Erster Pfleger in Postbauer war Chunrad von Bospawer. Am 31. Dezember 1271 verkaufte Jutta von Lauf (aus dem Geschlecht der Tanner) ihre Güter in Buch an den Deutschen Orden. Die Deutschordens-Niederlassung Postbauer gehörte mit ihren 96 Besitzungen zur Komturei Nürnberg, die der einflussreichen Ballei in Franken mit Sitz in Ellingen unterstand.
Um Grenzstreitigkeiten des Deutschordens-Besitzes mit der benachbarten Grafschaft Wolfstein zu vermeiden, wurden durch den Amtspfleger, der ab 1701 als Vogt wirkte und den Bau der Sankt Johannes Kirche 1722 in Postbauer beachtlich förderte, am Westgrenzverlauf nahe der Ortschaft Kemnath etwa sieben Kilometer lang in südlicher und nördlicher Richtung 21 Grenzsteine gesetzt. Diese Steine zierten das Wappen des Deutschen Ordens mit dem Ordenskreuz auf der Vorderseite. Diese Grenzsteine standen in regelmäßigen Abständen bis zum Jahre 1805 und kennzeichneten den Grenzverlauf der Vogtei.
Ab dem Jahre 1720 wurden in Postbauer ein Schloss und eine Kirche erbaut. Das Schloss bestand aus drei Flügeln und war von einem Wassergraben umgeben. Neben dem Bergfried besaß es noch vier Ecktürme. Bis auf den heutigen Tag sind in Postbauer noch zahlreiche Spuren dieser Ordensgemeinschaft festzustellen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde von Napoleon in den Rheinbundstaaten der Orden verboten, so dass es auch zur Auflösung der Niederlassung des Deutschen Ordens in Postbauer kam. Nach Auflassung des Deutschordenspflegamtes Postbauer kam die Verwaltung an das Land Bayern. Ab diesem Zeitpunkt existierte auch die Vogtei nicht mehr. Das Schloss wurde verkauft und von den jeweiligen Besitzern Teile der Schlossanbauten abgetragen. Mit der Auflösung der Ordensniederlassung Postbauer verloren auch die Grenzsteine ihre Bedeutung. Der bayerische Staat konnte im Jahre 1805 immerhin noch 217 zinsverpflichtete Höfe vom Orden einziehen. Im Bewusstsein um die geschichtliche Bedeutung des ehemaligen Schlossareals erwarb am 31. August 1990 die Gemeinde Postbauer-Heng die noch vorhandenen Reste des früheren Deutschordensschlosses und sanierte sie.
Im benachbarten Ort Kemnath, der zur Gemeinde Postbauer-Heng gehört, befindet sich der Grenzbach (Siegenbach). Lange Zeit bildete er die Grenze zwischen der katholischen Oberpfalz und dem evangelischen Franken. Im Jahre 1730 wird Kemnath wie folgt beschrieben: "Kemnath besteht aus 24 Höfen des Deutschen Ordens und 2 Höfen, die nach Brandenburg-Onolzbach, gehören. Die Bewohner der Höfe des Deutschen Ordens waren nach Heng eingepfarrt, die evangelischen Bewohner der Höfe über dem Grenzbach nach Oberferrieden."
Zusammengestellt von Heimatpfleger Ferdinand List, Gemeinde Postbauer-Heng |