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Wurzhof

 
 

Markt Postbauer-Heng

Heimatpflege


Der Wurzhof

im Ortsbereich Buch der Gemeinde Postbauer-Heng

Eine Einrichtung der Rummelsberger für die Menschen mit geistiger Behinderung

Eine bewegte Geschichte des Wurzhofes

Erstmals vor 600 Jahren urkundlich erwähnt, hat im Jahre 1279,  Ulrich von Sulzbürg den Wurzhof verkauft. Zehn Jahre später veräußerte Gottfried von Wolfstein, der Bruder von Ulrich von Sulzbürg, das Gut Wurzhof an das Kloster Seligenporten. Im Laufe der wechselvollen Geschichte mussten die Bewohner des Wurzhofes häufig den Glauben wechseln. Im Jahre 1846 wurde der Wurzhof wieder protestantisch und seit 1893 gehörte er endgültig zur evangelischen Kirchengemeinde Oberferrieden.

Im Jahr 1911 hat der gegründete Verein für "Heimatkolonie" den Wurzhof erworben. Hier bot man erstmals Hilfe für einsame und pflegebedürftige Menschen an. Bereits 1912 wurde die Einrichtung von der damaligen "Erziehungsanstalt" Rummelbsberg übernommen. In der Zeit des 1. Weltkrieges, im Jahre 1916, benannt man das Pflegeamt "militärische Zöglingsanstalt" um. Die Rummelsberger kauften das Gut 1919 und bildeten 20 junge Menschen zum Landwirtschaftsgehilfen aus. Daneben wurde aus der nahegelegenen Sandgrube Quarzsand für die Glas- und Eisenindustrie abgebaut. 1933 quartierte man den "freiwilligen Arbeitsdienst" am Wurzhof ein. 40 Personen bauten unter anderem den Entwässerungsgraben von Buch nach Postabuer un einen befestigten Wirtschaftsweg vom Wurzhof zum Brünberg. Von 1935 bis 1936 diente der Wurzhof als Schulland- und Erholungsheim, Ferienlager und vereinzelt brachte man noch "Zöglinge" aus Rummelsberg unter. 1939 kamen die ersten Männer mit einer geistigen Behinderung, die in der Land- bzw. Forstwirtschaft gearbeitet oder beim Quarzsandabbau mithalfen. Bis 1964 gab es neben der Landwirtschaft die unterschiedlichsten Angebote der Rummelsberger, Säuglingsheim, Krankenhausstation des Wiechernhauses Altdorf oder Übergangsheim für Jugendliche.

1964 beschlossen die Rummelsberger Anstalten der Inneren Mission e. V. den Wurzhof als Einrichtung für Menschen mt geistiger Behinderung zu nutzen .4 Jahre später löste man die Landwirtschaft auf und die meisten Nutzflächen wurden verpachtet. Es wohnten damals 43 Männer am Wurzhof. In der sogenannten "Pappe" steckte man Kartonagen zusammen und nach und nach erweiterte man das Arbeitsangebot für die MÄnner. 1987 richteten die Wurzhofes die Förderstätte ein. Hier konten jene Menschen betreut werden, die nicht mehr arbeitsfähig oder schon verrentet waren. Der alte Gebäudebestand wurde mehrmals umgebaut und erneuert. Doch die äußeren Lebensbedingungen waren nicht mehr zeitgemäß. 1989 gab es den ersten Spatenstich für den Neubau. Im August 1992 wurden die neuen Räumlichkeiten bezogen.

Heute finden 60 Männer und 7 Frauen , in 7 Wohngruppen, Heimat auf dem Wurzhof. Drei Betten stehen für Kurzzeitunterbringungen zur Verfügung. Ein Teil der Bewohnerinnen und Bewohner arbeitet in der Arhofwerkstätten, der Rummelsberger Wäscherei, in der Wurzhofküche oder auf dem freien Arbeitsmarkt. Die Anderen werden in der Förderstätte betreut. Der Wurzhof ist eine Einrichtung der Eingliederungshilfe und ist nach DIN EN IOS 9001 zertifiziert. Derzeit arbeiten 57 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Voll- bzw. Teilzeit am Wurzhof. Miteinander organisieren und gestalten wir Alltag und Freizeit; jeder trägt dazu mit seinen Gaben und Fähigkeiten bei. Besucher sind am Wurzhof immer herzlich willkommen.

So feiern wir heuer unser Jahresfest, am 14. Juli 2002, mit der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde zusammen. Vor allem aber sind wir Menschen an der Seite unserer Bewohnerinnen und Bewohner, und das jeden Tag.

Zusammengestellt von Heimatpfleger Ferdinand List - Quelle: aus Oberpfalzbuch

 
     



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