Unsere Kanalisation leistet täglich Schwerstarbeit, doch sie ist keine Mülltonne. Viele alltägliche Dinge, die achtlos im Waschbecken oder der Toilette entsorgt werden, verursachen teils immense Schäden. Die Folgen reichen von verstopften Rohren im eigenen Haus über festsitzende Pumpen im gemeindlichen Kanalnetz bis hin zu massiven Problemen in unserer Kläranlage. Am Ende zahlen wir alle durch steigende Abwassergebühren und Schäden an unserer Umwelt drauf. Wo das Problem liegt und wie jeder Einzelne mit einfachen Verhaltensregeln unsere Infrastruktur und die Natur schützen kann, zeigt diese Übersicht.
Die drei größten Sünden im Badezimmer
- Feuchttücher und Hygieneartikel: Normales Toilettenpapier löst sich im Wasser auf. Feuchttücher, Babytücher, Slipeinlagen und Tampons hingegen bestehen oft aus reißfesten Kunststoffen. Sie lösen sich nicht auf, sondern verknoten sich im Abwasser zu meterlangen, zähen Zöpfen. Diese können Pumpwerke blockieren oder die Kläranlage verstopfen und müssen oft aufwendig von Hand herausgeschnitten werden.
- Medikamente: Tabletten oder Hustensaft gehören niemals in die Toilette. Kläranlagen können die chemischen Wirkstoffe nicht vollständig abbauen. So gelangen Antibiotika, Hormone und Schmerzmittel in unsere Flüsse und Seen, wo sie Fische und Kleinstlebewesen schädigen und letztlich unser zukünftiges Trinkwasser belasten.
- Haare und Wattestäbchen: Große Mengen Haare aus der Bürste verbinden sich im Rohr mit Seifenresten zu einer betonharten Masse. Wattestäbchen wiederum verkeilen sich in den Leitungen und wirken dort wie eine Barriere für andere Stoffe.
Gefahrenherd Küche: Fett und Essensreste
- Speiseöle und Frittierfette: Altes Fett aus der Pfanne oder der Fritteuse flüssig in den Ausguss zu gießen, ist ein teurer Fehler. Sobald das Fett im Rohr abkühlt, wird es steinhart. Es lagert sich an den Rohrwänden ab und verengt die Leitungen, bis nichts mehr geht.
- Essensreste und Suppen: Wer Suppen- oder Soßenreste in der Toilette herunterspült, lockt damit unfreiwillig Ratten an. Die Nagetiere finden in der Kanalisation so einen reich gedeckten Tisch und vermehren sich rasant.
Chemie: Gift für die Biologie
- Farben, Lacke und Lösungsmittel: Das auswaschen von Pinseln oder Reste von Verdünnern im Waschbecken entsorgen ist strengstens verboten. Diese Stoffe sind hochgiftig und zerstören die nützlichen Bakterien in den biologischen Reinigungsstufen unserer Kläranlage.
- Katzenstreu: Auch als „biologisch abbaubar“ deklariertes Katzenstreu saugt sich im Abwasser voll und bildet Klumpen, die jedes Rohr im Nu verstopfen.
Beherzigen Sie bitte diese einfachen Regeln – der Umwelt und unser aller Geldbeutel zuliebe. Denn jeder Einzelne ist gefragt um im Großen etwas zu verändern. Lassen Sie uns gemeinsam etwas bewegen und zukünftigen Generationen eine funktionierende Infrastruktur sowie eine saubere Umwelt hinterlassen.