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Kartoffel in der Oberpfalz

 
 

Markt Postbauer-Heng

Heimatpflege


Die Geschichte der Kartoffel in der Oberpfalz

von Gustl Motyka

veröffentlicht in der Zeitschrift �Die Oberpfalz� Sept./Okt. 2006,

Herausgeber: Erich Lassleben
Auch heute noch ist die Kartoffel das Hauptnahrungsmittel. Zahlreiche Kartoffelgerichte werden bei uns hergestellt, wie Spaltln, Schmarren, Zwierl, Schopperln, Sterznudeln, Reiberknödel, Strudel, Dotsch oder Ritschi. Es gibt sogar ein Kartoffelkochbuch.

Heute will ich vom Siegeszug der Kartoffel in der Oberpfalz berichten. In Europa wurde die Kartoffel bereits um 1530 bekannt. Ihr Wert wurde damals unterschätzt, und so wurde die Kartoffel nur als Zierpflanze angebaut. So findet man die Kartoffel 1550 in Sevilla, 1560 in der Toskana, 1588 in Wien und 1591 in Dresden. Eine besondere Beigabe bildete sie 1616 auf dem königlichen Mittagstisch in Paris. Der große Kurfürst Friedrich Wilhelm ließ sie 1675 in seinen Gärten züchten. Der Bauer Rogler aus Selb baute sie 1680 auf seinem Feld an. Nun musste man annehmen, dass die Kartoffel in der Oberpfalz einzieht, doch die Oberpfalz musste noch eine Weile warten, um in den Genuss der Kartoffel zu kommen.

1716 wurde dieses Gewächs in Bayreuth und Bamberg angebaut. Um den Kartoffelanbau machte sich vor allem Friedrich II. von Preußen verdient. Er erließ sogar ein Gesetz zum Anbau der Kartoffel. Der französische Apotheker Parmentier erkannte den Wert der Kartoffel und trug wesentlich zum Anbau bei. Im Jahre 1716 baute der Amberger Pfarrer Heinrich Werner die Kartoffel zum erstenmal in der Oberpfalz an, einige Jahre später wurde sie dann auch in Neumarkt angebaut. In Amberg setzte die Ausbreitung sehr stark ein, und so baute 1725 Regierungskanzler von Pistorini eine größere Fläche mit dieser neuen Frucht an.

Interessant ist ein Streit zwischen der Prämonstratenserabtei Speinshart und seinen Untertanen. Als der Kartoffelanbau eingeführt war, forderte der Abt auch davon den Zehent. Die Untertanen weigerten sich. Erst 1738 konnte das Kloster den Kartoffelzehent durchsetzen.

Als 1770 eine Hungersnot bei uns ausbrach, wurde der Kartoffelanbau empfohlen. Der Name Kartoffel kommt aus dem italienischen Tartufolo, das heißt Trüffel. Erst viel später kam der Name Erdapfel. Früher wurde auch von Erdäpfeln gesprochen, aber man meinte damit die Gurke. Schon 1452 werden nämlich Erdäpfel in Regensburg bei einem Mauttarif erwähnt. Auch Denkmäler wurden der Kartoffel gesetzt und so erhielten der Apotheker Parmentier in Mondidier und der Engländer Drake in Offenburg ein Denkmal. Auch im Oberharz steht ein Denkmal, dort, wo im Jahre 1748 die ersten Kartoffeln angebaut wurden.

Die Anfänge des Kartoffelbaues in der Oberpfalz
veröffentlicht im Buch "Erdäpfelpfalz" von Theodor Häußler


 
 
     



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