Historie


    1272
    Ursprung
    1401
    Befestigungsrecht (Schlossmauer)
    1430
    Berechtigung zum Ausbau der Burg
    1722/24
    Umbau der Burg zu einem dreiflügligen Barockschloss
    1805
    Auflassung des Deutschordens als Folge der Säkularisation, Abbruch von zwei Schlossflügeln. Das Abbruchmaterial wurde zum Bau von privaten Wohnhäusern verwendet. Der Ostflügel des Schlosses blieb bis heute erhalten.
    1806-1990
    Schloss in privater Hand und diente zu Wohnzwecken 1990 Erwarb die Gemeinde dieses Gebäude und sanierte es umfassend.
    1990
    Erwarb die Gemeinde dieses Gebäude und sanierte es umfassend. Die Einweihung erfolgte am Samstag, den 23. Juni 1996.
    Seit 1996
    dient das Deutschordensschloss als Kulturstätte. Seither gastierten weit über
    200 Künstler darin.

     Detaillierte Historie:

    1271 Die Anfänge

    Nur etwa 80 Jahre nach der Gründung des Deutschen Ordens von Akkon – 1190 während des dritten Kreuzzuges – im Heiligen Land beginnt auch die Geschichte des Deutschordenspflegamtes Postbauer. Seine Entstehung ist eng verflochten mit der Geschichte des Deutschordenshauses in der ehemaligen Freien Reichsstadt Nürnberg.
    Die Nürnberger Kommende gehörten zur Deutschordensballei Franken und war seit dem frühen 15. Jahrhundert  in Personalunion mit der Komturei Ellingen verbunden. Der Komtur von Ellingen war zugleich der Komtur zu Nürnberg.

    Das Deutschordenshaus Nürnberg gelangte durch Ankäufe und Schenkungen zu ansehnlichem Besitz.
    So verkaufte am 31. Dezember 1271 Jutta von Lauf, Priorin des Dominikanerinnen-Klosters in Frauenaurach alle „ihre Güter in Buch“ an das Deutschordenshaus in Nürnberg.
    Mit  diesem Erwerb begann die Geschichte des Pflegamtes Postbauer.

    Am 22. Mai 1286 fasste Ulrich von Sulzbürg alle seine Güter wie in einem Testament zusammen, die er in den heutigen Ortschaften Köstlbach, Möning, Woffenbach, Röckersbühl, Pölling, Heng, Reckenstetten und Reckenricht besaß und vermachte sie dem Deutschen Orden.
    König Karl IV., der spätere Kaiser, bestätigte am 18. November 1347 „dem Deutschordenshause und den Brüdern zu Nürnberg“ den Besitz der Dörfer Schwarzach und Niederpavelsbach „Swartzach und Nydern Benenspach“.
    Kaiser Ludwig der Bayer hatte die beiden Dörfer bereits am 8. April 1317 dem Deutschen Orden geschenkt.

    Rechtsverhältnisse

    Die Lage der Besitzungen des deutschordenschen Pflegamtes führte immer wieder zu Auseinandersetzungen mit den bayerischen bzw. pfälzischen Wittelsbachern.
    Sie dauerten mit wechselnder Heftigkeit zwischen dem Neumarkter Schultheiß und dem Deutschordenspfleger von Postbauer bis zur Aufhebung des Deutschen Ordens im Jahre 1805 an.

    In einem Sammelakt des Jahres 1788 wurden – noch einmal – die Rechte des „Hohen Ritterordens“ zu Postbauer zusammengefasst.
    Über seine Untertanen konnte sich der Deutsche Orden die Grundherrschaft, die Niedergerichtsbarkeit, die Steuerhoheit, die Landeshoheit (Erbhuldigung) bewahren.  Die Hochgerichtsbarkeit übte der Neumarkter Schultheiß im Namen der Wittelsbacher Landesherren aus.  Im großen und ganzen verstanden es die Pfleger des Deutschordensamtes Postbauer über die Jahrhunderte, mit viel Geschick, die Rechte des Ordens gegenüber den Wittelsbachern zu behaupten.

    Am 23. Februar 1401 gewährten die Pfalzgrafen Stefan und Ludwig dem Deutschen Orden in Postbauer das Recht, das Dorf Postbauer mit Mauer und Graben zu umgeben, bzw. es zu befestigen. Der Orden benützte die gewährten Privilegien jedoch nur zum Bau eines Bergfrieds, den der Pfleger Konrad Amman 1430 errichten ließ und den er auch bewohnte.

    1720

    Im Jahre 1720 begann während der Amtszeit des Hochmeisters Franz-Ludwig von Pfalz-Neuburg, des Landkomturs Heinrich von Hornstein und des Postbauerer Amtspflegers Johann Georg Sartorius der Bau eines neuen Schlosses. Es bestand aus 3 Flügeln und war von einem Wassergraben umgeben.  Das Schlossgebäude besaß neben einem dominierenden Turm noch 4 Ecktürme. Bald nach der Auflösung des Pflegamtes Postbauer im Jahre 1805 wurde das Schloss von einem pensionierten Hauptmann namens Molzberger erworben.  Er ließ die Türme sowie zwei Flügel des großen Gebäudes abtragen sowie den Schlossgraben auffüllen. Seitdem steht nur noch der östliche Flügel des Schlosses.

    In Postbauer gab es bald nach der Errichtung des Pflegamtes, bestimmt aber im 14. Jahrhundert, ein bescheidenes Kirchlein.  1722 begann der Orden mit dem Bau der heutigen barocken St. Johannes Kirche. Sie wurde am 25. Juni 1724 durch den Eichstätter Weihbischof Johannes Adam Nieberlein eingeweiht.

    Im April 1945 trug die Kirche bei den Kampfhandlungen um Postbauer schwerste Schäden davon.
    1950, 1971 – 1975 und 1987 – 1988 sind die Stationen einer umfassenden Restaurierung.

    Wie es zu Ende ging ...

    Nach einer Beschreibung des Deutschordenspflegamtes Postbauer aus dem Jahre 1670 hatte das Pflegamt Besitzungen in Buch, Hausheim, Heng, Pavelsbach, Postbauer, Pölling, Schwarzach, Sondershof, Voggenhof, Reckenstetten, wie auch in Ezelsdorf, Steinbach, Reckenricht und Westhaid.

    Alle diese Orte standen unter pfalz-bayerischer oder ansbachischer Hochgerichtsbarkeit.
    Außerdem verwaltete das Pflegamt Postbauer Güter des ehemaligen Elisabeth-Spitals zu Nürnberg, je eines in Möning, Schwarzach, Sondersfeld und Neumarkt. Am Ende der Existenz des Deutschordens-Pflegamtes im Jahre 1805 besaß der Orden im oberpfälzischen Gebiet 216 Häuser, 163 Scheunen,  9 Stallungen,  4 Werkstätten und 2749 Tagwerk Äcker, Wiesen, Gärten, Wald und Fischwasser (einschl. Spitalbesitz).

    In der Jungen Pfalz um Hilpoltstein gehörten zum Pflegamt Postbauer 2 Häuser und 132 Tagwerk und im Markgräflich ansbachischen Gebiet 12 Häuser und 994 Tagwerk Grund (einschl. Spitalbesitz).

    Schon 1772 begannen Verhandlungen wegen des Übergangs von Postbauer in den bayerischen Landesstaat.

    Die Inbesitznahme des Deutschordenspflegamtes Postbauer durch das Kurfürstentum Bayern erfolgte am 20. November 1805.

    1996

    Am 7. Juni 1990 beschließt der Gemeinderat Postbauer-Heng den noch bestehenden Ostflügel  des ehemaligen Deutschordensschlosses zu erwerben und zu einem Haus der Kultur um- und auszubauen.

    6 Jahre später wird das Haus im Rahmen eines Bürgerfestes vom 21. – 23. Juni 1996, bei dem auch der  25. Geburtstag der Gemeinde Postbauer-Heng gefeiert wird, seiner Bestimmung übergeben – 725 Jahre nach den Anfängen des Deutschordenspflegamtes Postbauer.

    Wichtige Information
    Öffnungszeiten: Montag bis Freitag
    von 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr

    Donnerstag zusätzlich
    von 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr